Die städtebauliche Dimension

Publié le par A_A

 a. der Flughafen selbst als Flughafenstadt

Mit dem Ausbau der Drehkreuzfunktion werden die massenhaft zusammentreffenden Menschen zu potentiellen Konsumenten, deren Kaufkraft in möglichst kurzer Zeit genutzt werden soll. Die Flughafengesellschaften erzielen daraus heute größere Einnahmen als aus den Abfertigungsgebühren der Flugpassagiere. Die Abschöpfungsstrategie reicht bis zu halbtägigen Zwangsaufenthalten bis zum Anschlussflug in Dubai, in denen man durch Einkaufszentrum und Gastronomiewelt gespült wird. Im Ergebnis reichern sich  die Flughäfen um  urbane Funktionen wie Einkaufen, Event, Freizeitattraktionen und Dienstleistungen an, die auch Umlandbewohner in die  Flughafenstadt locken. Allerdings kann sie durch die Bewegungsabläufe des umgebenden Flugbetriebs eingeengt und isoliert und von allen Außenbeziehungen abgetrennt, allenfalls die Qualität einer introvertierten und pausenlos überwachten Shopping Mall mit stark eingeschränkten Bewegungsabläufen entwickeln.


b. die Flughafenstadt als räumlicher Verbund mit der Umgebung
 

In der Peripherie der heutigen Großflughäfen haben sich eine Vielzahl von Funktionen niedergelassen, die ihre Existenz dem Flughafen verdanken; so haben sich nahe gelegene Orte zu Wohnstandorten für die Zehntausende von Flughafenbeschäftigten entwickelt, so haben sich Speditionen und Gewerbebetriebe angesiedelt, die von der Luftfracht profitieren; so sind Tankstellen, Taxiunternehmen, Gastronomie, Dienstleistungen, Hotels mit Tagungs-, Wellness- und Amüsierbetrieb hinzugekommen, die auf dem Wege zum und vom Flughafen angesteuert werden, große Unternehmen haben Niederlassungen in die Nähe des Flughafens verlagert. Infolgedessen hat sich das Verkehrsaufkommen zwischen Flughafen und Umlandgemeinden intensiviert. Flughafen und umgebende Orte bilden eine neue Einheit, die dezentral vernetzte regionale Flughafenstadt mit dem Flughafen als zentralem Bezugspunkt.


Im Falle der Flughafenstadt München vereinen sich so Tradition und Moderne zu einem Gebilde. Während im Flughafen selbst ein modernes Erscheinungsbild vorherrscht,

geben sich Hotels, Gastronomie, Dienstleistungen, Ortsmitten in den nahe gelegenen Orten

bewusst verzopft und bieten bei Zwischenstops den Reiz der Gegenwelt, während sie zugleich allen Komfort elektronischer Vernetzung bieten.  


c. die sphärische und virtuelle Flughafenstadt
 

Die an einem Tag bzw. in kurzer Zeitspanne durch Mobiltelefon und Fliegen konstruierte  Welt des eigenen Gebrauchs umfasst den Globus und seinen Luftraum und macht ihn zur verfügbaren Weltstadt. Würde man die in den letzten 10 Stunden absolvierten Flugrouten den Passagieren als sichtbaren und blinkenden Gedankenschweif anheften, wäre die ganze Welt im Flughafen sichtbar. 


Ingrid krau 

Publié dans architectes

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